Beim 21. Hamburger Symposium Persönlichkeitsstörungen wurden am 6. September 2025 der Hamburger Preis Persönlichkeitsstörungen und die Hamburger Fellowship Persönlichkeitsstörungen verliehen. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 10.000,- € wird jährlich von den Asklepios Kliniken Hamburg GmbH gestiftet und von der Gesellschaft zur Erforschung und Therapie von Persönlichkeitsstörungen (GePs) vergeben.
Die Verleihung der Auszeichnungen erfolgt für wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Persönlichkeitsstörungen, die den Schwerpunkt auf den klinischen Bezug der Untersuchung legen.
Die Preisträger

Von links: Prof. Dr. Stephan Doering (Vorsitzender der Jury), Simon Kempe, M.A., ausgezeichnet mit der Hamburger Fellowship Persönlichkeitsstörungen 2025, Prof. Dr. Claas-Hinrich Lammers, PD Dr. Maya Krischer, ausgezeichnet mit dem Hamburger Preis Persönlichkeitsstörungen 2025, und PD Dr. W. Emanuel Severus (Präsident der Gesellschaft zur Erforschung und Therapie von Persönlichkeitsstörungen, GePs e.V.) (Foto: GePs).
Hamburger Fellowship Persönlichkeitsstörungen 2025
Die mit 5.000,- € dotierte Hamburger Fellowship Persönlichkeitsstörungen wird zweckgebunden für einen Aufenthalt in einer international renommierten Forschungseinrichtung im Bereich der Persönlichkeitsstörungen vergeben. Frühere Preisträgerinnen waren an den verschiedensten Orten zwischen den USA und Israel, z.B. bei Prof. Otto F. Kernberg am Personality Disorders Institute der Cornell University New York oder bei Prof. Arnoud Arntz an der Universität Amsterdam, zu Gast und haben wichtige Impulse für ihre eigene Forschung mit nach Hause gebracht.
Im Jahr 2025 wurden sechs junge Forscherinnen und Forscher aus Deutschland zur Präsentation ihrer Forschungsergebnisse nach Hamburg eingeladen. Die Themen der Studien fokussierten zum einen die Diagnostik, nämlich von Impulsivität, Psychopathie oder Narzissmus, zum anderen Stand die Persönlichkeitsfunktion im Zentrum, sowohl im Längsschnitt als auch im Zusammenhang mit Traumatisierungen bzw. als mütterliches Mentalisieren.
Die Beiträge der sechs Fellowship-Bewerber/-innen waren äußerst gekonnt vorgetragen, alle Bewerber:innen überzeugten mit ihren Diskussionen.
Die Jury entschied sich für Herrn Simon Kempe, M.A., dessen Studie zur Rolle des Strukturniveaus bei der Traumaverarbeitung hochbedeutsame Daten lieferte, die belegen, dass Patient:innen mit beeinträchtigter Persönlichkeitsfunktion schlechter mit Traumatisierungen umgehen können und eher PTSD-Symptome entwickeln.
Der genaue Titel seiner Arbeit lautete: Die Rolle des Strukturniveaus der Persönlichkeit bei der Verarbeitung potenziell traumatischer Ereignisse – Ergebnisse einer prospektiven Studie.
Herr Kempe promoviert und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der International Psychoanalytic University (IPU) Berlin; er hat schon eine beträchtliche Anzahl wissenschaftlicher Promotionen vorzuweisen.
Hamburger Preis Persönlichkeitsstörungen 2025
Der Hamburger Preis Persönlichkeitsstörungen 2025 ging an Frau PD Dr. Maya Krischer, die als Psychologin die Tagesklinik für Jugendliche mit Persönlichkeitsentwicklungsstörungen an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Köln leitet. Sie ist tiefenpsychologisch-fundierte und analytische Psychotherapeutin für Kinder- Und Jugendliche und Lehrtherapeutin der Übertragungsfokussierten Psychotherapie für Adoleszente (TFP-A). Sie hat bereits eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten zur TFP-A bei Adoleszenten mit (Borderline) Persönlichkeitsstörungen durchgeführt, für die sie auch mit dem Hamburger Preis ausgezeichnet wurde.
Die genauen Titel der ausgezeichneten Arbeiten lauten: (1) Decrease in hospitalizations among adolescents with borderline personality organization after TFP-A dayclinic treatment – a two years follow-up, (2) Assessment of personality disorders in adolescents- a clinical validity and utility study of the Structured Interview for Personality Organization (STIPO) und (3) Schulabsentismus als Funktionsbeeinträchtigung von Jugendlichen mit Persönlichkeitsstörungen gemäß ICD-11.
Diese Arbeiten liefern den Beleg dafür, dass teilstationäre TFP-A zur signifikanten Verbesserungen der Borderline-Symptomatik bei Adoleszenten führen kann.
In einem Vortrag stellte die Preisträgerin, Frau PD Dr. Maya Krischer, ihre Arbeit vor. Das Preisgeld von 5.000,- € erhält sie für weitere Forschungsprojekte im Bereich der Persönlichkeitsstörungen.
Jury und Stifter
Die Preisjury bestand aus Prof. Dr. Stephan Doering (Juryvorsitzender), Prof. Dr. Anna Buchheim, Prof. Dr. Babette Renneberg und Prof. Dr. Claas-Hinrich Lammers, sowie beratend Prof. Dr. Matthias Nagel (für die Asklepios Kliniken Hamburg GmbH).
Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 10.000,- € wird jährlich von den Asklepios Kliniken Hamburg GmbH gestiftet und von der Gesellschaft zur Erforschung und Therapie von Persönlichkeitsstörungen (GePs e.V.) vergeben. Die Verleihung der Auszeichnungen erfolgt für wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Persönlichkeitsstörungen, die den Schwerpunkt auf den klinischen Bezug der Untersuchung legen.
Zukünftig werden die Hamburger Preise nur noch alle zwei Jahre verliehen, der HH-Preis aber wieder in der früheren Höhe von € 10.000. Grund dafür ist, dass das Hamburger Symposium Persönlichkeitsstörungen zukünftig alle zwei Jahre im Wechsle mit dem Münchner Internationalen Kongress zur Theorie und Therapie von Persönlichkeitsstörungen (IKTTP) veranstaltet wird. Für beide Tagungen zeichnet die GePs verantwortlich.
Im Jahr 2027 Jahr werden also der Hamburger Preis Persönlichkeitsstörungen und die Hamburger Fellowship Persönlichkeitsstörungen beim 22. Hamburger Symposium Persönlichkeitsstörungen verliehen. Man darf auf die Präsentationen und die Preisträger:innen gespannt sein.
Literatur und Quelle
Quelle: Univ.-Prof. Dr. med. Stephan Doering Juryvorsitzender und Sprecher des Fachausschusses Forschung der GePs